Bildungsarmut und soziale Segregation
die (Un) -Wirksamkeit des Startchancenprogramms
Bildungsarmut gehört zu den drängendsten sozialen Problemen in Deutschland und ist weder zufällig noch gleichmäßig verteilt: Sie konzentriert sich in bestimmten sozioökonomischen Gruppen und Stadtteilen. Mit dem Startchancenprogramm reagiert die Bildungspolitik erstmals bundesweit und gezielt auf diese Ungleichheit, indem Schulen mit einem hohen Anteil sozial benachteiligter Schülerinnen und Schüler besonders gefördert und die Maßnahmen wissenschaftlich umfassend evaluiert werden. Erste Evaluationsergebnisse liegen zum Zeitpunkt der Tagung allerdings noch nicht vor. Der Vortrag diskutiert, warum das Programm trotz seiner historischen Bedeutung nur ein erster Schritt sein kann, da entscheidende Weichen für den Bildungserfolg bereits in den ersten Lebensjahren gestellt werden. Abschließend wird gezeigt, dass wirksame frühkindliche Förderprogramme existieren und dass es gelingen kann, gerade jene Familien zu erreichen, deren Kinder besonders von einem Kitabesuch profitieren würden – nicht gegen die Eltern, sondern gemeinsam mit ihnen.