Daten als Kompass
Wie datengestützte Qualitätsentwicklung die Lücke zwischen Schulentwicklung und Unterrichtspraxis schließt
Beschreibung
Strukturreformen gelingen auf dem Papier – und scheitern im Klassenraum. Die Ursache ist bekannt, die Lösung weniger: Schuldaten werden erhoben, aber nicht systematisch in konkrete Unterrichtsentwicklung überführt. Dieser Impulsvortrag zeigt, warum das so ist – und wie es anders geht.
Ausgehend vom aktuellen SWK-Gutachten, das ausdrücklich vor einer uferlosen „Datafizierung" warnt und stattdessen fokussierte, ganzheitliche Entwicklungsförderung einfordert, beleuchtet der Vortrag, was wirksame Datennutzung tatsächlich bedeutet. Forschungsbefunde des SLATE-Zentrums der Universität Bergen zeigen, welche Potenziale Learning Analytics für formative Lernprozesse bieten. Die international beachtete norwegische Bildungsforscherin Sølvi Lillejord benennt den entscheidenden Gelingensfaktor: Externe Daten wirken nur dann, wenn Schulleitungen Strukturen schaffen, die sie mit dem Erfahrungswissen der Lehrkräfte vor Ort verknüpfen.
Der Vortrag richtet sich direkt an Schulleitungen – mit einer klaren Botschaft: Data Literacy und kollaborative Datenkultur sind keine technischen Zusatzaufgaben, sondern Kernaufgaben moderner Schulführung. Daten als Kontrollinstrument? Das ist von gestern. Daten als Kompass für gemeinsames pädagogisches Handeln – das ist die Richtung.
Im Anschluss an die Impuls-Keynote steigt Udo Michallik gemeinsam mit Anja Bensinger-Stolze (Vorstandsmitglied der GEW) in eine kontroverse Diskussion zum Thema ein. Dabei werden unterschiedliche Perspektiven herausgearbeitet und zentrale Streitfragen pointiert debattiert. Moderiert wird das Gespräch von Kati Ahl.
Udo Michallik
Staatssekretär a.D. und Generalsekretär der KMK
Anja Bensinger-Stolze
Vorstandsmitglied für Schule - GEW
Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft
Kati Ahl
Bildungsexpertin, Autorin, Schulentwicklungsberaterin