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Digital lehren und lernen

 
Interview: Sebastian Schmidt, welcher als Lehrer, in der erweiterten Schulleitung tätig ist und die Realschulen in seinem Regierungsbezirk Schwaben zur digitalen Transformation berät, gibt Ihnen einige wichtige Aspekte zur „digitalen Schule“ mit an die Hand.
 

Die digitale Bildung in Schulen breitet sich weiter aus. Es ist fast unvorstellbar nicht mehr mit Tablets und Co. zu arbeiten. Vieles scheint effizienter zu sein, beispielhaft das Nacharbeiten von Unterrichtsstoff oder die Aufgabenvorstellung von jedem Platz aus, aber wie sieht die Organisation dahinter aus? Profitieren Schüler:innen und Lehrer:innen zukunftsmäßig von dem System? 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Das Thema Digitalisierung ist aktuell in aller Munde, sehen Sie Tablettklassen und Co. als DIE Zukunft des Unterrichts?  

 

Schmidt: Ein klares Jein. Ein guter Unterricht hängt natürlich von deutlich mehr Faktoren ab als nur vom Vorhandensein von digitalen Geräten. Mit den schülereigenen Geräten kann man so einen großartigen Workflow erzeugen und auch die digitalen Kompetenzen können sich ergeben. Nur dort, wo Digitalisierung nicht über ein digitales Heft oder Schulbuch hinausgeht, dort wird sich Unterricht wenig ändern. 

Sind solche Unterrichtsszenarien, bei denen Schüler:innen KI-Tools aktiv im Unterricht einsetzen, überhaupt erlaubt?

Schmidt: Ich sehe mittlerweile ein größeres Verständnis bei der Mehrheit der Lehrkräfte, dass die Schule hier etwas tun muss, um der Berufs- und Lebenswelt gerecht zu werden. Das hat sich geändert, aber noch nicht bei allen mit einer Umsetzung im eigenen Unterricht. Auch neue Lehrmethoden bzw. alte mit neuen Möglichkeiten entwickeln sich. Kurz: es verändert sich sehr viel, leider aber nicht überall. Wichtig wäre der Fokus auf die Kompetenzen bzw. veränderte Aufgabenformate: Wie muss eine Lernaufgabe im Unterricht konzipiert werden, die (digitale) Kompetenzen fördert. 

 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Mit der zunehmenden Digitalisierung des Unterrichts entstehen auch neue Herausforderungen. Welche Hürden müssen überwunden werden,

um eine effektive Integration digitaler Lehrmittel und -werkzeuge in den Bildungsalltag zu gewährleisten?

Schmidt: Unsere Gesellschaft und damit auch die Eltern- und Lehrerschaft sind immer noch sehr zwiegespalten hinsichtlich der Digitalisierung. Das kann mit Ängsten, aber wahrscheinlicher auch mit einigen negativen Auswirkungen der Nutzung zu tun haben. Die größte Herausforderung wird also nach wie vor sein, alle vom Wert der reflektierten Auseinandersetzungen zu überzeugen. Das brauchen wir auch gesellschaftlich, damit wir lernen mit Medien umzugehen und die Medien nicht unseren Umgang bestimmen. Das geht nicht, indem man einem Kind ein Smartphone gibt und es dann in dieser uneingeschränkten Erwachsenenwelt allein lässt. Und dann sind leider längst nicht alle Klassenzimmer auf dem neuesten Stand: als super ausgestattete Schule wissen wir, dass sich ein echtes Arbeiten in Tabletklassen erst einstellen kann, wenn die technischen Voraussetzungen nicht mehr beanstandet werden müssen.

Vielen Dank für das interessante Interview, Herr Schmidt!  

Zur Vertiefung des Themengebietes empfehlen wir Ihnen den spannenden Blogbeitrag von Sebastian Schmidt: Tabletklassen – vernetzen, vernetzen, vernetzen… – Flipped Classroom (flippedmathe.de)


Wir freuen uns, Sebastian Schmidt auf dem diesjährigen Deutschen Schulleitungskongress begrüßen zu dürfen. Erfahren Sie im Vortrag von Herrn Schmidt wie Sie im schulischen Kontext digital kommunizieren und kooperieren.


Freitag, 24.11.2023 um 13:40 Uhr

 

 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Über den Autor

 

Sebastian Schmidt ist Lehrer, in der erweiterten Schulleitung tätig und berät die Realschulen in seinem Regierungsbezirk Schwaben zur digitalen Transformation. An seiner Schule ist er u.a. der IT-Administrator, der Leiter des Medienentwicklungs- und des Schulentwicklungsteams und koordiniert die internen Fortbildungen. 

 
 
 
 
 
 
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