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Ablenkung durch Handy, Tablet und Co

Interview: Durch den deutschen Unternehmer Herr Dr. von Münchhausen, der 2021 Speaker auf dem DSLK war, erlangen Sie Einblicke, wie man das konzentrierte arbeiten wieder erlangen kann ohne sich ablenken zu lassen.  „Weg damit!“ – Immer häufiger richten Sie an Ihre Schüler:innen den Appell, das Handy wegzupacken. Doch dabei liegt Ihr eigenes Handy offen auf dem Tisch. Dadurch wird die Konzentration andauernd gestört. Aber wie geht Konzentrieren überhaupt noch? Erfahren Sie, wie Sie, Ihr Kollegium und Ihre Schüler:innen es schaffen, wieder ganz bei der Sache zu sein!

Herr Dr. von Münchhausen, hat das Homeschooling und der Onlineunterricht Einfluss auf die Konzentrationsfähigkeit der Schulfamilie?

von Münchhausen: Das lässt sich pauschal kaum beantworten – es kommt drauf an. Sicherlich sind konzentrationshindernde Ablenkungsmöglichkeiten beim Onlineunterricht zahlreich, zum Beispiel Softwareprobleme oder ein fehlender störungsfreier Arbeitsplatz. Und wir wissen inzwischen auch alle, dass stundenlange Videokonferenzen ermüdend und damit konzentrationshindernd sind. Andererseits: Auch im Klassenzimmer kann so manche Störung auftreten und die mühsam aufgebaute Konzentration in sich zusammenfallen lassen. Also: Wenn die Technik läuft, das Thema fesselt und alle dabei sind: Dann kann konzentriertes Arbeiten auch im Onlineunterricht gelingen.

Ob Lehrkräfte oder Schüler: innen: beim Onlineunterricht in der Corona-Krise sind nicht immer alle konzentriert dabei. Wie schafft man es, dass alle bei der Sache sind und bleiben?

von Münchhausen: Die beiden Eckpfeiler der Konzentration sind: Ein spannendes Thema und die Abschirmung von Störungen. Das Thema, also der Lernstoff, ist ja in der Regel durch Lehrpläne vorgegeben – wenn er nicht schon aus der Sache selbst heraus attraktiv ist, dann muss er dies durch die Art der Aufbereitung und Vermittlung werden. Da sind dann gewiefte Didaktiker:innen gefragt, das ist tatsächlich Kernaufgabe aller Lehrkräfte. Genauso wichtig ist aber das Abschirmen von Störungen – äußeren, z.B. Lärm oder Smartphone, wie inneren, z.B. Tagträumerei. Das lässt sich im Präsenzunterricht sicher oft leichter erreichen als beim Homeschooling, wo die nächste Ablenkung meist nur eine Handbreit neben dem Laptop liegt. Hier sind dann sicherlich auch die Eltern gefragt, die für ein störungsfreies Arbeitsumfeld sorgen sollten … dass das nicht immer gelingt, ist natürlich auch klar.

Herr Dr. von Münchhausen, wie hängen Konzentration und innerer Schweinehund zusammen?

von Münchhausen: Der innere Schweinehund ist gewissen-maßen die Bild gewordene Ablenkung – denn er sorgt zielsicher dafür, dass wir nicht bei der Sache bleiben. Insbesondere wenn eine Aufgabe zu leicht oder zu schwer ist, wenn wir uns also entweder langweilen oder uns überfordert fühlen, präsentiert er uns Ablenkungen auf dem Silbertablett – und da ist dann eben der Griff zum Smartphone verlockender als die 3. Gleichung mit 4 Unbekannten. Beim Thema Konzentration den inneren Schweinehund zu bändigen bedeutet: Themen und Aufgaben zu stellen, die herausfordern,
ohne zu überfordern. Oft eine Gratwanderung, bei der dann wieder erfahrene Didaktiker:innen gefragt sind.

Sie sind diesjähriger Referent auf unserem Deutschen Schulleitungskongress. Was möchten Sie den Schulleitungen schon vorbereitend mitgeben?

von Münchhausen: Nehmen Sie von den vielen Tipps, die Sie erhalten, lieber nur einen einzigen mit (statt wieder viele neue Erkenntnisse) und setzen Sie diesen einen Tipp dann auch tatsächlich in Ihrem Alltag um. Wie das gelingen kann, zeige ich in meinem Vortrag.

Vielen Dank für das Interview, Herr Dr. von Münchhausen!

Bei uns auf dem DSLK finden Sie weiteren spannenden Input zu dem Themenfeld: Mit Digitalisierung in die Zukunft. Bei Interesse schauen Sie bei dem diesjährigen DSLK-Programm vorbei! Dort finden Sie zu diesem Thema und noch vielen anderen spannenden Themengebieten eine Übersicht zu informativen Vorträgen unserer Top-Speaker!

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